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P-ton on tour

Story of the month

Ich möchte ehrlich anfangen

Es ist nicht selten vorgekommen, dass Jakob und ich vor Diskotheken standen und nicht reingekommen sind. Die Disko war entweder schon zu voll, wir hatten das falsche an oder die Türsteher haben direkt erkannt: Die beiden arbeiten in einem Startup, die können eh kein Umsatz machen. Umso erstaunlicher ist die „Story of the Month“ September. Denn da stehen wir auf einmal auf zwei Gästelisten für zwei unterschiedliche VIP-Bereiche.

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Very Important Bändchen
Doch beginnen wir von vorne…

Wir sind seit einigen Monaten im Kontakt mit Sean McKeown, dem ehemaligen Artistic Director vom Cirque du Soleil. Sean lebt eigentlich in Argentinien, hatte aber in den letzten Monaten ein Projekt in Luxemburg. Zur Premiere lud er uns direkt ein und schrieb uns auf die Gästeliste für das VIP-Zelt seiner Open-Air Show. Eine solche Einladung konnten wir nicht ausschlagen. So kam es, dass Jakob und ich uns spontan freitagmorgens auf den Weg nach Luxemburg machten. Nach einem Zwischenstopp in Köln, wo wir noch zwei Meetings arrangiert hatten, kamen wir gegen 17 Uhr in Esch d‘Alzette in Luxemburg an. Esch war in diesem Jahr eine der Kulturhauptstädte Europas und die Show von Sean sollte der krönende Abschluss eines Jahres mit 160 Events sein.

Ankunft am Open-Air-Gelände

Am Veranstaltungsort angekommen, einer imposanten Industriebrache, orientierten wir uns an den Beschreibungen von Sean. „Hey Jungs, eure beiden Namen stehen auf der Gästeliste. Ich bin noch in den letzten Vorbereitungen mit dem Team. Geht einfach zu dem VIP-Zelt. An einer langen Straße seht ihr es direkt links. Bis gleich.“

Aufmerksame Hobby-Navigatoren werden es direkt bemerkt haben. Die Aussage hat zwei gar nicht so unrelevante Ungenauigkeiten: Welche ist die lange Straße, wenn es auf und um das Gelände mehrere „lange Straßen“ gibt und was heißt „direkt links“, wenn man nicht mal weiß, wo man ist?

Unser Lösungsansatz: Mit einer Selbstsicherheit, die nur ein deutscher Vater ausstrahlt, wenn er seinem Sohn erklärt, wo die Elektroleitungen im Haus langlaufen und man bohren kann, gehen wir einem elegant gekleideten Paar hinterher, dass uns zu einem großen, festlich geschmückten Zelt führte.

Während das Paar einfach reinging, blieben wir an der Anmeldung hängen. Weiter gesegnet mit der Selbstsicherheit eines heimwerkenden Vaters, meldet wir uns mit dem Satz an: Stallmann und Hase, wir stehen auf der Gästeliste. Mit der zunehmenden Irritiertheit und Hektik auf der anderen Seite der Anmeldung, schwand unser Selbstvertrauen, weshalb wir schnell den Satz nachschossen: „Sean hat uns auf die Gästeliste geschrieben, das ist der Director der Show gleich.“ Die Gesichter der Damen am Empfang wirkten noch irritierter. In dem Moment, als wir schon den beschämten Rückzug antreten wollten, kam eine junge Dame mit der Anweisung an ihre Kolleginnen: „Das ist kein Problem, schreib sie einfach auf die Liste.“

Die Geburtstags-Crasher

Und schon waren wir drin. Im VIP-Zelt in Esch d’Alzette, bereit für die Show! Eine Euphorie die schnell verklang. Ähhh, warum tragen die Männer hier Anzug oder Smoking und die Frauen feine Abendkleider? Und warum stehen wir hier in Sneakern, weißen Tennissocken, Jeans und lockerem Leinenhemd? Sind wir Underdressed?

Die Rätzels Lösung brachten die wenigen französischen Wortfetzen, die ich von der Bühne verstand: „C’est un grand honneur….“ , „Mon père, qui a construit cette entreprise“, „On te fête ce soir“ – Verdammt. Wir sind auf der Geburtstagsfeier eines sehr wohlhabenden Industriellen gelandet…

Naja, ein deutscher Vater findet vielleicht die Elektroleitungen, aber bohrt am Ende in die Wasserleitung.

Leicht beschämt und von allen Seiten gemustert, verließen wir das Zelt und fanden kurz darauf an der langen Straße direkt links das richtige Zelt, in dem unsere Namen auch schon auf der Liste standen.

Die Show war wahnsinnig schön und spektakulär und wird bestimmt auch noch einmal Platz finden in einer „Story of the Month“. Doch das war erst einmal unsere Geschichte, wie wir uns auf Gästelisten schmuggeln.

Am Ende bleibt nur noch aus der Ferne die Gratulation an das Geburtstagskind. Die Feier war sehr schön, wir würden wohl wiederkommen. Nächstes Mal mit Einladung 😉

Über den Autor

Meet the team: Torben Stallmann | P-ton AG stream leader Stay2Discover

Torben Stallmann

Mitbegründer der P-ton AG & Streamleader Stay2Discover

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